Bilanzpressegespräch

Mit sehr gutem Ergebnis in eine spannende Zukunft

Weinheim, 13.02.2020

Beim traditionellen Bilanzpressegespräch berichteten der Sprecher des Vorstandes Carsten Müller und Vorstand Klaus Steckmann über eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre in der Geschichte der Volksbank Weinheim und über die gemeinsame Zukunft mit der Volksbank Kurpfalz.

Bilanzsumme auf neuem Höchststand

Nach dem geplanten Rückgang der Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2018 hat die Bilanzsumme im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 mit einem Zuwachs von 102,2 Mio. Euro bzw. 8,0 Prozent einen neuen Höchststand von 1,37 Mrd. Euro erklommen. „Auch wenn die Bilanzsumme alleine noch nichts über den Erfolg eines Unternehmens verrät, steht dieser Höchststand doch symbolisch für das äußerst erfolgreiche Geschäftsjahr, über das wir heute berichten können“, freut sich Vorstandssprecher Carsten Müller.

„So stehen die Vorzeichen für unseren geplanten Zusammenschluss mit der Volksbank Kurpfalz nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch betriebswirtschaftlich unter einem guten Stern“, so Müller weiter. Sein Vorstandskollege Klaus Steckmann ergänzt: „Wir haben in unserem letzten Jahr als Volksbank Weinheim in allen wichtigen Positionen, sowohl in der Bilanz, als auch in der Gewinn- und Verlustrechnung sehr gute Ergebnisse erzielt.“

So stiegen die Kundenforderungen, sprich die Kredite an Kunden der Bank, nach dem bereits starken Jahr 2018, in 2019 nochmals deutlich an. Sie wuchsen um 9,6 Prozent oder 68,8 Mio. Euro auf 786,3 Mio. Euro.

Auch die Kundeneinlagen stiegen im Jahr 2019 wieder deutlich an. Sie erhöhten sich um 39,8 Mio. Euro bzw. 4,0 Prozent auf jetzt 1.03 Mrd. Euro. „Insbesondere zum Jahresende fiel die Liquiditätshaltung sowohl bei den Firmen-, als auch bei den Privatkunden, besonders hoch aus“, erklärt Klaus Steckmann. Bei den Spareinlagen lag das Plus sogar bei 10,3 Prozent. „Wir sehen leider immer noch, dass Kunden ihre Gelder mit Renditen unterhalb der Inflationsrate parken und können allen nur empfehlen, ihren Liquiditätsbedarf in einem Beratungsgespräch auf mögliche Chancen zu prüfen“, ergänzt Klaus Steckmann.

Bestes Provisionsergebnis aller Zeiten

Trotz des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und dem normalerweise daraus resultierenden Rückgang im Zinsgeschäft konnte die Volksbank Weinheim insbesondere aufgrund ihres Wachstums im Kreditgeschäft ihren Zinsüberschuss um 2,5 Prozent bzw. 0,5 Mio. Euro auf 19,3 Mio. Euro steigern. Ganz besonders stolz ist das Vorstandsteam aber über das hervorragende Provisionsergebnis, das die Bank nach starken Vorjahren nochmals steigern konnte. Mit einem Plus von 0,6 Mio. Euro oder 4,4 Prozent saldierte der Provisionsüberschuss für 2019 bei 13,2 Mio. Euro. Vorstandssprecher Carsten Müller dazu: „Mit dem Provisionsüberschuss, der der höchste in der Geschichte der Bank ist und dem guten Zinsergebnis konnten wir wieder ein überragendes Ergebnis erzielen. Mit diesem spielen wir im Vergleich mit den Wettbewerbern nicht nur oben mit, sondern sind vor allem bei den anderen Volks- und Raiffeisenbanken ganz oben in der Liga.“

„Auch trug im letzten Jahr wieder unser gutes Wertpapiergeschäft wesentlich zu unserem Provisionsergebnis bei“, erklärt Klaus Steckmann, „Aber auch unser Immobiliengeschäft, die Vermittlungen von Versicherungen, dem Bausparen sowie die Dienstleistungsentgelte haben ihren Teil beigetragen.“

Ergebnis vor und nach Bewertung gestiegen

Die Verwaltungsaufwendungen, zu denen der Personalaufwand, aber auch der Sachaufwand wie auch die Abschreibungen gehören, bewegten sich mit einem Minus von 0,6 Prozent bzw. 0,1 Mio. Euro und einer Gesamtsumme von 21,1 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahr. „Auch wenn wir 2019 mit dem neuen Haus der Immobilie und der renovierten Villa Hagander zwei große Investitionen vorgenommen haben, schlagen sich diese durch die langjährigen Abschreibungen nur sukzessive in den Verwaltungskosten nieder“, erläutert Carsten Müller die Position.

In Summe kann die Volksbank Weinheim somit ein Ergebnis vor Bewertung von 11,3 Mio. Euro und damit 1,4 Mio. Euro oder 14,4 Prozent mehr als im Vorjahr ausweisen.

Das Bewertungsergebnis der Bank ist für das Geschäftsjahr 2019 durch verschiedene Besonderheiten gekennzeichnet. Zum einen fällt das reguläre Bewertungsergebnis dieses Jahr positiv aus; „zum anderen haben wir – wie im Jahr 2017 übrigens auch – die Bewertung von Zinssicherungsgeschäften vorgenommen, die zum Bilanzstichtag mit einem Minus von 4,4 Mio. Euro zu Buche schlagen, über die nächsten Jahre hinweg allerdings wieder zu Auflösungen führen“, informiert Klaus Steckmann.

Unter Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses konnte die Bank das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 7,9 Mio. Euro auf 8,3 Mio. Euro steigern, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent oder 0,4 Mio. Euro entspricht.

Die Cost-Income-Ratio (CIR), also der Betrag, den die Bank aufwenden musste, um einen Euro Gewinn zu erzielen, sank bedingt durch den gestiegenen Ertrag bei leicht rückläufigen Verwaltungsaufwendungen von 67,8 Cent im Jahr 2018 auf jetzt 65,2 Cent und ist damit wieder besser als bei vielen anderen Banken.

Eigenkapital weiter stark

Trotz einer Steigerung der Geschäftsguthaben um knapp 0,6 Mio. Euro auf aktuell 27,3 Mio. Euro sanken bedingt durch das gute Kreditgeschäft die Kernkapital- wie auch die Eigenmittelquote der Bank. Die Quote der Eigenmitteln zu den risikogewichteten Aktiva sank um 0,6 Prozent auf jetzt 18,9 Prozent, die Kernkapitalquote um 0,4 Prozent auf 16,2 Prozent. Klaus Steckmann kommentierte die Entwicklung mit den Worten:

„Den stetigen Aufbau unserer Eigenkapitalausstattung haben und werden wir fortsetzen. Da wir in 2019 mehr Kredite vergeben konnten als geplant, reduzieren sich die Eigen- und Kernkapitalquoten. Da wir aber bei beiden im Vergleich zur vom Gesetzgeber geforderten Mindestquote mehr als im grünen Bereich sind, freuen wir uns, dass wir unsere Mitglieder und Kunden mit aktuell sehr günstigem Kapital versorgen können und so auch auf diese Weise zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes beitragen.“

Die Zahl der Mitglieder steigt stetig weiter

Die Zahl der Mitglieder wuchs per Saldo um 1,3 Prozent, das sind 291 Köpfe, auf 23.071 Mitglieder an.

Die Volksbank Weinheim eG ist damit weiter die größte wirtschaftliche Personenvereinigung in der Region. Der Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr, den Vorstand und Aufsichtsrat der Vertreterversammlung vorlegen wollen, liegt mit 4,0 Prozent auf Höhe der Vorjahre.

Auch die Zahl der Mitglieder mit Herz, die ihre Dividende für die Förderung der Region einsetzen, steigt stetig. Bereits 671 (Vorjahr 580) Mitglieder stellen ihre Dividende für einen guten Zweck zur Verfügung. Gemeinnützige Vereine oder Institutionen aus der Region können sich um diese Gelder bewerben, um damit ihnen wichtige Projekte zu realisieren. „Durch die Mitgliedschaft mit Herz alleine können wir bereits über 27.000 Euro zur Verfügung stellen, insgesamt werden es alleine für die Vereine wieder weit über 50.000 Euro sein“, erklärt dazu Carsten Müller.

Umbauarbeiten gut vorangekommen

Ende des Jahres konnte die Volksbank Weinheim gleich zwei große Umbau-Projekte erfolgreich abschließen. „Mit dem Ausbau unseres Objektes in der Bismarckstraße 3 zum ‚Haus der Immobilie‘ können wir unseren Kunden nicht nur alle Leistungen rund um private und gewerbliche Immobilien aus einer Hand bieten, sondern haben dafür auch ein Ambiente geschaffen, in dem moderne Beratung und Austausch in eleganter Atmosphäre ineinander übergehen“, beschreibt Vorstand Klaus Steckmann das Projekt. „Mit dem Umbau unserer Villa Hagander – unserem zweiten großen Umbau – haben wir auch unserem Private Banking ein neues zu Hause geschenkt. Auf unsere Kunden warten hier für ihre Beratungsgespräche Themenräume mit hochmoderner Technik, die wirklich einmalig sind“ erklärt Vorstandssprecher Carsten Müller. „Aktuell arbeiten wir für unsere Firmenkunden am Umbau des Unternehmerhauses“, so Müller weiter. „Wenn alles wie geplant läuft, werden wir uns im vierten Quartal des Jahres an den Umbau der Hauptstelle machen.“

Volksbank Weinheim Stiftung

Neben der Volksbank Weinheim eG blickt auch die Volksbank Weinheim Stiftung wieder auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Mit Spenden und Projektgeldern in Höhe von rund 115.000 Euro konnte die Stiftung wieder gemeinnützige Vereine und Institutionen aus unserer Region unterstützen. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr stockte die Volksbank Weinheim den Grundstock ihrer Stiftung um 100.000,00 Euro auf, sodass das Stiftungsvermögen 1,38 Mio. Euro beträgt. „Selbstverständlich halten wir auch im Rahmen der geplanten Fusion an der Volksbank Weinheim Stiftung fest. Besser noch, da auch die Volksbank Kurpfalz über eine Stiftung verfügt, können wir künftig unsere Region bestens fördern und unterstützen“, erklärt Carsten Müller.

Fusion erfolgreich auf den Weg gebracht

Auf insgesamt drei regionalen Informationsveranstaltungen hatte die Volksbank Weinheim bereits im Januar ihre Vertreter über die Details der geplanten Fusion ausführlich informiert. „Uns ist im gesamten Fusionsprozess eine transparente und offene Kommunikation sowohl in Richtung unserer Vertreter, Mitglieder und Kunden ebenso aber auch in Richtung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter äußerst wichtig“, betont Carsten Müller. Er ergänzt: „Diese Fusion verbindet zwei starke Banken in der Kurpfalz. Wir wollen zusammengehen, weil die Chancen, die Herausforderungen des harten Wettbewerbs in einer immer digitaleren Welt zu bewältigen, gemeinsam deutlich besser sind, als alleine.“

„Unsere Regionalinformationen haben gezeigt, dass unsere Argumente, die für diese Fusion sprechen, die Vorurteile oder auch emotionalen Ablehnungen der Fusion gut entgegenwirken können“, fügt Klaus Steckmann hinzu.

Ende Januar hat die Volksbank damit begonnen, die so genannte technische Fusion auf den Weg zu bringen. Bis Mitte September will das Projektteam, das aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Banken besteht, die Voraussetzungen schaffen, aus zwei eins zu machen.

Eine wichtige rechtliche Herausforderung wurde dabei bereits auch schon in Angriff genommen, denn vor der Fusion müssen ein Verschmelzungsvertrag, der unter anderem den Umtausch der Genossenschaftsanteile regelt, ein Verschmelzungsbericht, der insbesondere die Gründe für die Fusion darlegt und ein Verschmelzungsgutachten, das die Richtigkeit der Angaben im Verschmelzungsvertrag und -bericht bestätigt, erstellt werden.

„Im Vorfeld der Vertreterversammlung werden wir unsere Vertreter über diese Unterlagen nochmals informieren und sie Ihnen auch zur Einsicht zur Verfügung stellen“, erklärt Klaus Steckmann dazu. Carsten Müller ergänzt: „Wir wollen unseren Vertretern, Mitgliedern und Kunden aber nicht nur die rechtlich notwendigen Unterlagen bereitstellen, wir haben auch jederzeit ein offenes Ohr für ihre Fragen und Meinungen zur Fusion.“

Eine besondere Vertreterversammlung

Diese Vertreterversammlung wird in diesem Jahr eine ganz besondere sein. Es ist nicht nur die voraussichtlich letzte Vertreterversammlung der Volksbank Weinheim eG, sie steht auch letztmalig unter der Leitung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank, Wolfgang Scheffler, der durch das Erreichen der satzungsgemäßen Altersgrenze nicht mehr zur Wiederwahl steht.

In ihrer Vertreterversammlung ist neben den normalen regulatorischen Tagesordnungspunkten vor allem die geplante Verschmelzung mit der Volksbank Kurpfalz das wesentliche Thema der Versammlung. Neben dem Beschluss über die geplante Verschmelzung müssen die Aufsichtsratsmitglieder nominiert werden, die im Rahmen der Vertreterversammlung der Volksbank Kurpfalz am Folgetag in den Aufsichtsrat gewählt werden sollen.

Organisatorisches

Die Vertreterversammlung findet am Dienstag, 12. Mai 2020, um 18:30 Uhr, in der Stadthalle Weinheim statt.