Vertreterversammlung

Weinheim, 30. Mai 2016

Gute Ergebnisse trotz niedriger Zinsen

An ihrer 51. Vertreterversammlung wird die Volksbank Weinheim eG ihren Mitgliedern und Kunden trotz der noch schwerer gewordenen Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis für das Geschäftsjahr präsentieren können.

Die sich im Laufe des Geschäftsjahres 2015 verbessernde konjunkturelle Lage in Deutschland konnte die Volksbank Weinheim eG für ihre geschäftliche Entwicklung nutzen. Die Bilanzsumme stieg um 126 Mio. Euro auf 1,17 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um 14,3 Prozent auf 974,6 Mio. Euro. „Viele Kunden parken derzeit ihre fälligen Geldanlagen in kurzfristigen Anlagen“, erklärt Vorstandssprecher Manfred Soßong. „Das niedrige Zinsniveau belastet zwar unser Zinsergebnis, sorgte aber auch dafür, dass die Nachfrage nach Krediten weiter stieg“, so Soßong. „Hier haben wir uns um 3,1 Prozent auf 580,9 Mio. Euro gesteigert. Zusätzlich konnten wir viele Kredite an unsere Verbundpartner vermitteln.“

Sehr gutes Provisionsergebnis und eine Dividende mit Jubiläumsbonus

Insbesondere durch das steigende Vertrauen in Wertpapieranlagen konnte, nach Aussage von Manfred Soßong, das Provisionsergebnis auf 13,1 Mio. Euro, den bislang höchsten Wert der Bank, gesteigert werden. „Zwar stiegen im Geschäftsjahr 2015 auch unsere Verwaltungsaufwendungen, den Jahresüberschuss konnten wir dennoch um 2,3 Prozent auf 5,7 Mio. Euro steigern“, erklärt Soßong. Ein Ergebnis, das sich, nicht nur unter Volksbanken sehen lassen könne, so Soßong weiter. „Auch wenn wir aufgrund des Zinsniveaus, aber auch aufgrund der stetig steigenden regulatorischen Anforderungen, in Zukunft eher mit einem sin-kenden Jahresüberschuss rechnen müssen, so wollen wir uns für das Vertrauen unserer Kunden und Mitglieder mit einer besonderen Dividende zum Jubiläumsjahr bedanken.“ Für das Geschäftsjahr zahlt die Volksbank Weinheim eG, die Zustimmung der Vertreter vorausgesetzt, erneut eine Dividende von 5,0 Prozent sowie einen Jubiläumsbonus von 1,0 Prozent. Bei den derzeitigen Zinsen ein Spitzenwert.

Niedrige Zinsmarge belastet Ergebnis auch künftig

Die Zinsmarge, also die Differenz der Zinsen für geliehenes und entliehenes Geld, lieferte bislang für die meisten Banken, vor allem für viele Volksbanken und Sparkassen, einen großen Teil ihrer benötigten Einnahmen. „Diese Marge ist in den letzten Jahren rapide gesunken. Zusammen mit den steigenden Verwaltungskosten belastet dies unseren Jahresüberschuss immer stärker“, berichtet Manfred Soßong. „Bislang konnten wir mit einem guten Provisionsüberschuss dagegenhalten. Künftig wird das immer schwerer.“ So sei es der kaufmännischen Vorsicht geschuldet, für das laufende Geschäftsjahr mit einem rückgängigen Geschäftsergebnis zu rechnen.

Neues Mitgliedschaftskonzept wird vorgestellt

Auf ihrer Vertreterversammlung wird die Volksbank Weinheim eG ihren 300 zum Teil neu gewählten Vertretern ein neues Mitgliederkonzept, das den Titel „Mitgliedschaft mit Herz“ trägt, vorstellen. Hierbei haben die Mitglieder der Bank künftig die Möglichkeit ihre Dividende für ausgesuchte Projekte in der Region zu spenden. „Wir glauben, dass wir mit diesem Konzept die Herzen von vielen Mitgliedern erobern können“, erklärt Vorstand Carsten Müller, „denn auf der im Juli startenden Internetplattform zur Mitgliedschaft mit Herz können unsere Mitglieder auch über die Verwendung der Gelder abstimmen oder selbst Förderprojekte vorschlagen.“ Vor allem aber könnten auch Vereine und soziale, wie auch karikative Einrichtungen Projekte auf dieser Plattform einreichen, über die dann die Mitglieder abstimmen können, so Müller weiter. Ziel der Mitgliedschaft mit Herz sei es, die Mitgliedschaft zukunftsfähig zu machen und den Mitgliedern die Möglichkeit der Förderung an die Hand zu geben. Das von der Volksbank Weinheim eG entwickelte Konzept hat bereits bei anderen Volksbanken ebenfalls Anklang gefunden.

„paydirekt“ und Mittelstandsportal erfolgreich gestartet

Das von der Volksbank mitpilotierte neue Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen „paydirekt“ ist erfolgreich gestartet. Das neue Verfahren soll allen Bankkunden eine einfachere, bessere und vor allem sicherere Möglichkeit bieten im Internet zu zahlen. Dafür arbeitet das System nach deutschen Sicherheitsstandards, nach deutschem Datenschutz und mit Servern in Deutschland. „Als nächsten Schritt wollen wir paydirekt unseren Unternehmern näher bringen“, erklärt Carsten Müller. „Über unsere Zahlungsverkehrsspezialisten können wir schon heute die Online-Shops unserer Firmenkunden an das System anbinden, aber auch Handwerker und andere Gewerbetreibende werden künftig paydirekt für ihre Online-Shops nutzen können.“

Mit ihrem neuen Internetportal für den Mittelstand unter „mittelstand-rhein-neckar.de“ startete die Volksbank im April ein weiteres Angebot für die Region. Als Informationsplattform richtet es sich an alle Unter-nehmer und Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar und bietet mit den Themen Finanzen, Digitales, Steuern & Recht Management, Marketing und Personal ein breites Wissensspektrum an. „Mittelständische Unternehmen haben auf dem Portal auch die Möglichkeit, sich kompetent und ansprechend zu präsentieren. Alle Unternehmer, die re-gelmäßig an Informationen für den Mittelstand interessiert sind, können sich per Newsletter automatisch über die aktuellen Themen des Portals informieren lassen“, erklärt Carsten Müller. „Durch unser Angebot wollen wir die Unternehmen in dieser Region fördern und stärken.“

Digitalisierung schreitet weiter voran

Alle Serviceleistungen auf allen Kanälen anzubieten ist das erklärte Ziel der Volksbank Weinheim eG. „Wir wollen unseren Kunden besten Service bieten, egal ob am Telefon, im Internet, über das Handy oder Smartphone, an unseren SB-Geräten und selbstverständlich auch in der Filiale vor Ort“, informiert Carsten Müller. „Vom ‚Geld abheben mit dem Smartphone‘ über das digitale Haushaltsbuch, den VR-Finanzmanager, dem neuen und noch sichereren TAN-Verfahren ‚VR-SecureGo‘ bis hin zu einer ganzen Reihe von vordefinierten Serviceaufträgen, stellen wir unseren Kunden bereits heute eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung, um ihre Bankgeschäfte schnell, einfach und bequem abwickeln zu können. So können wir uns im persönlichen Gespräch mit den Kunden auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, seine Wünsche und Ziele.“ Man müsse beim Thema Digitalisierung immer einen Schritt schneller sein, um den Hausforderungen der so genannten FinTechs, Unternehmen die Bankdienstleistungen anbieten, ohne eine Bank zu sein, Paroli bieten zu können, erklären Soßong und Müller unisono.

Volksbank Weinheim eG künftig auch in Facebook

Auch in den sozialen Netzwerken wird sich die Volksbank Weinheim eG künftig stärker engagieren. Man wolle dabei aber nicht – wie bei den Olympischen Spielen – nur dabei sein, sondern gezielt mit den Kunden kommunizieren. „Wir wollen dabei selbstverständlich nützliche Informationen bieten, aber auch den Blick hinter die Kulissen der Bank zulassen. Ganz besonders sind wir auf die Reaktionen und Kommentare gespannt, denn hier sehen wir die Chance, die Wünsche unserer Kunden noch besser kennenzulernen“, erklärt Carsten Müller die Strategie. Die Bank habe eigens für die Bearbeitung der sozialen Netze ein Team aus verschiedenen Bereichen der Bank zusammengestellt. „Wir sind seit mehreren Jahren bereits auf Xing vertreten, nun wollen wir auch andere Netzwerke wie Facebook oder auch YouTube nutzen“, so Müller. Die Einhaltung des Bankgeheimnisses bliebe dabei stets oberste Direktive. Starten wird der Facebook-Auftritt noch im Juni.

Anzahl der Mitarbeiter leicht gestiegen

Neben ihren Kunden und Mitgliedern sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital der Bank. So wurde auch 2015 die Mitarbeiterkapazität leicht erhöht. Per 31.12.2015 beschäftigte die Volksbank Weinheim 182 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 15 Auszubildende. „Wir möchten diesen Mitarbeitern ein Umfeld zur Verfügung stellen, das neben ihren Leistungen auch Raum für Ausgleich und Familie bietet“, ergänzt Müller. „Deshalb haben wir uns auch in diesem Bereich prüfen lassen und per 15. März die Zertifizierung ‚berufundfamilie‘ erhalten.“ Die offizielle Überreichung des neuen Zertifikats findet am 23. Juni 2016 durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin statt.

Zufrieden zeigt sich Vorstand Carsten Müller, der neben den Kundenbereichen auch den Bereich Vorstandsstab und Personal verantwortet, mit den Nachwuchskräften der Bank. Man werde deshalb auch in diesem Jahr sieben Auszubildende, einer mehr als in den Vorjahren, einstellen. Zusätzlich zur Ausbildung bietet die Volksbank in ihrer „talentwerkstatt“ ein Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler, die noch zwei Jahre von ihrem Schulabschluss entfernt sind. Dass dieses Konzept ein Gewinn für die Region ist, erkannte auch die Initiative „Demografie Exzel-lenz Award“. Dort wurde die Volksbank Weinheim eG bereits im No-vember 2015 im Schloss Ludwigsburg für ihre „talentwerkstatt“ ausgezeichnet.

Erste Jubiläumsshows waren ein großer Erfolg – weitere Shows im Herbst

Dass es zum Jubiläum etwas Besonderes geben sollte, stand für den Vorstand der Volksbank Weinheim eG schon lange fest. Zusammen feiern, etwas Einzigartiges erleben statt lange Reden war dabei die Devise. Drei der insgesamt sechs der zusammen mit Franz Kain geplanten Jubiläumsshows fanden bereits Ende April statt und waren ein großer Erfolg. Drei weitere Shows sind im Oktober in Hemsbach, Mörlenbach und Wald-Michelbach geplant. „Mit diesen Shows wollen wir unseren Kunden nicht nur eine einmalige Unterhaltung bieten, wir zeigen auch welches Potential in unserer Region steckt, denn alle Künstler der Show leben hier oder stammen von hier“, informiert Manfred Soßong. „Auch wenn die Shows einen symbolischen Eintrittspreis haben, wollen wir da-ran nichts verdienen, denn wir werden alle Einnahmen eins zu eins wieder spenden. Durch den Kartenverkauf sind so bis heute bereits über 16.000 Euro zusammengekommen.“

Organisatorisches

Die Vertreterversammlung findet am Mittwoch, 1. Juni 2016, um 18:30 Uhr, in der Stadthalle Weinheim statt. Auf ihr werden die 300 neu oder wieder gewählten Vertreter der rund 21.000 Mitglieder über das abgelaufene Geschäftsjahr informiert. In diesem Jahr gilt es neben der Feststellung des Jahresabschlusses und der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand, fünf Aufsichtsratsposten zu besetzen, die turnusgemäß zur Wahl anstehen. Vier der fünf Aufsichtsräte, Andrea Odenwälder, Achim Walter, Karl Schnell und Peter Unrath, stellen sich dabei zur Wiederwahl. An die Stelle von Dr. Edgar Dietrich, der nicht mehr kandidieren wird, soll nach Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat Dr. Jan Haaß, Prokurist der Freudenberg & Co. KG und Verantwortlicher für das „Corporate Treasury and Finance“ der Freudenberg-Gruppe, treten. Zu-dem wird der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes e. V., Dr. Roman Glaser, zur Jubiläums-Vertreter-versammlung erwartet.